Divination

So nutzt du One-Card-Readings effektiv und intuitiv!

Ein Stapel Orakelkarten zwischen Kristallen.

Hast du auch dieses eine Kartendeck zuhause, mit dem du schon längst mal arbeiten wolltest, aber keine Ahnung hast, wie du anfängst? Dann mach gleich mit. Am besten geht das, indem du einfach loslegst und eine einzelne Karte ziehst sowie interpretierst.

In diesem Beitrag lernst du:

  • effektiv und intuitiv die Karten zu deuten,
  • dich mit deinem Deck vertraut zu machen,
  • und direkt in deine Legungs-Praxis zu starten.

Wofür verwende ich Ziehungen mit nur einer Karte?

Weil es herrlich einfach ist, nur eine Karte aus deinem Deck zu ziehen, eignen sich One-Card-Readings auch bestens für einfache Fragen. Vor allem bieten sie eine gute Chance, die einzelnen Kartenbedeutungen deines Decks kennenzulernen. Somit sind sie ein wunderbarer täglicher oder wöchentlicher Begleiter. Beispielsweise als Teil deiner Morgenroutine?

Außerdem ist diese Art der Legung mit sehr vielen verschiedenen Decks oder Deutungssystemen durchführbar. Auch wenn du die Einzelkarte nur als schnellen Impulsgeber nutzen willst, hast du damit eine Menge Möglichkeiten, deine Ziehung zum Beispiel durch gezielte Fragen zu vertiefen.

Einzelkarten aus verschiedenen Tarot-Decks.

Ist ein One-Card-Spread überhaupt eine richtige Legung?

Wir finden: Auf jeden Fall! Für uns ist die einzelne Karte das Grundelement. Auch bei den komplexen Legungen wird zunächst Karte für Karte vorgegangen. Und wenn man nicht ständig zur nächsten Karte weitereilt, kann man sich in Ruhe auf die einzelne Karte einlassen.

Weil jede Legung eine Reihe an Einzeldeutungen ist, eröffnet dir diese Art des Kartenziehens einen sehr kreativen Umgang mit deinen Orakeln und Tarots. Somit musst du dich nicht auf ein einzelnes Deck beschränken, sondern kannst auch Karten aus verschiedenen Decks miteinander kombinieren. Beispielsweise ein Tarot mit einem Orakeldeck.

Mit welchen Decks kann man sie legen?

In diesem Punkt ist die Antwort einfach: Mit jedem Deck. Allerdings gibt es eine kleine Einschränkung bei Lenormand-Karten. Denn diese funktionieren besser, wenn Sie paarweise gelegt werden.

Wie viel Zeit brauche ich dafür?

Hierbei gibt es keine Regeln. Und das finden wir sehr schön. Denn du kannst dir genau die Zeit nehmen, die du brauchst, um die Karte zu verstehen. Umgekehrt kannst du eine Karte auch in der Zeit verstehen, die du dir gibst. (Denn auch hier gilt das Parkinsonsche Gesetz, dass sich Zeit immer füllt. ?)

Deshalb nachfolgend ein paar Anregungen, um dir bei der Einschätzung zu helfen. Die kannst du frei der Nase nach kombinieren:

  • Flash-Reading: Schau die Karte fünf Sekunden lang an und dreh sie wieder um. Jetzt formuliere drei Begriffe, die dir dazu einfallen.
  • Nimm dir vor der Recherche 1-5 Minuten, um die Karte genau zu betrachten. Notiere alle Gedanken und Fragen, die dir durch den Kopf gehen. Außerdem kannst du die Karte auch mit geschlossenen Augen visualisieren. Hierbei fallen dir möglicherweise Dynamiken oder Themen besonders auf.
  • Jetzt klärst du dein Wissen über die Karte. Zunächst kannst du in Stichpunkten aufschreiben, was du aus dem Effeff weißt. Wenn du möchtest, lies im Handbuch des Decks nach oder recherchiere im Internet. Außerdem findest du bei uns jede Menge Infos zum Kartenlegen. Gib dir 5-15 Minuten Zeit dafür, besonders deine eigenen Fragen zu notieren und zu klären.
  • Danach gehst du in die Re­fle­xi­on und prüfst, wo dir das Thema der Karte in deinem Leben begegnet. Je nachdem, wie komplex das ist, kann das 2-25 Minuten dauern.
  • Anschließend kannst du einen Satz oder eine Affirmation formulieren. Damit verknüpfst du deine Interpretation direkt mit deinem Leben. Wähle eine aktive, positive Ich-Botschaft. Dafür kannst du dir ruhig 5-10 Minuten Zeit nehmen.
  • Wenn du möchtest, kannst du über dein Thema oder deine Affirmation meditieren. Plane hierfür ca. 5-15 Minuten ein.
  • Falls du noch nicht mitgeschrieben hast, überträgst du abschließend die Erkenntnisse in dein Journal. Schließlich willst du vielleicht später darauf zurückkommen.

Je nachdem wie du sie gestaltest, kann deine Ziehung mit Interpretation also fünf Sekunden oder auch eine Stunde dauern.

Welche Fragen kann ich einem One-Card-Spread stellen?

Wegen ihrer Vielseitigkeit eignet sich diese Ziehung für fast alle Fragen. Damit du auch wirklich einen Mehrwert daraus ziehst, achte darauf, die Fragen offen zu formulieren. Wenn die Frage nicht einfach mit Ja/Nein beantwortet werden kann, sondern du nach einem „Wie“ oder „Warum“ fragst, ist das super. Somit beziehst du gleich dein Unterbewusstsein mit ein.

Auch wenn es verlockend ist: Ob du im Lotto gewinnen wirst, wird dir die Antwort der Karten wahrscheinlich nicht sagen. Sofern sich deine Frage aber auf deinen direkten Einflussbereich bezieht, kannst du aus der Vier der Scheiben durchaus etwas über deine finanzielle Situation lernen. Folglich wäre „Wie kann ich meinen Umgang mit Geld verbessern?“ eine wertvolle Frage.

Außerdem wird das Ergebnis persönlicher, wenn du die Frage auf dich im Hier und Jetzt beziehst. Indem du fragst, wie du etwas schaffen, eine Blockade lösen oder eine Situation verbessern kannst, erhältst du Impulse, die dich im Leben weiterbringen. Was kannst du dir heute Gutes tun?

Eine Karte, zwei Perspektiven

Damit das alles praxisnah bleibt, haben wir schon mal eine Karte gezogen. Obwohl wir sie als Impuls für den Tag gedeutet haben, kannst du sie natürlich anhand deiner eigenen Situation interpretieren. Also nimm dein Deck zur Hand – oder leg mit uns gemeinsam los.

Der König der Schwerter aus dem Shadowscapes Tarot von Stephanie Puimun Law in unserer Einzelziehung.

Hier noch unser kurzer Leitfaden, an dem du dich für deine eigene Interpretation orientieren kannst. Wenn du Fragen hast, oder du etwas ganz anders machst, schreib uns das gerne in den Kommentaren.

  • Betrachte die Karte in Ruhe. Was siehst du? Was spricht dich besonders an?
  • Notiere dir Stichworte, Fragen und Vergleiche.
  • Achte darauf, welche Gefühle und Gedanken auftauchen.
  • Lies in Ruhe im Handbuch oder im Internet nach.
  • Finde einen Satz oder eine Affirmation, die deine Erkenntnis zusammenfasst.

Abschließend findest du noch unsere jeweilige Interpretation der Karte. Dabei war vor allem für uns spannend zu sehen, wie jede für sich ihren eigenen Deutungsprozess hat. Auch die unterschiedlichen die Ergebnisse am Ende zu sehen, war für uns sehr lehrreich und inspirierend.

Unsere Interpretationen

Was ich sehe:

Vor mir liegt eine Hofkarte, die ich instinktiv mit einer mir nahestehenden, männlichen Person in Verbindung bringe.

Auf der Karte sind blaue Wirbel, Schwingen und Schatten zu sehen. Außerdem sehe ich Warten, Ruhe, Licht und Weisheit (Eule). Einen wachsamen König, der sein Schwert nur bereit hält. Die Eule sitzt darauf und bewacht ihn.

Weiter sind Vögel zu sehen. Der geflügelte König ist ganz in seinem Element. Aber ihm fallen schattenhafte Krähen wie Sorgen oder Zweifel in den Rücken. Trotzdem bleibt er ruhig und nutzt durch eine positive Geisteshaltung seine Zweifel. Denn er schickt zwei Raben als Helfer aus (Hugin und Munin, Erinnerung und Gedanke). Für mich ein Bild des klugen, hinterfragenden Zweifels, der zu Wahrheit und echter Erkenntnis führt. Es erinnert mich an meine Arbeit mit Glaubenssätzen.

Was ich weiß:

Der König steht für das männliche Prinzip, somit Feuer, Licht, Aggression; innere und äußere Führung und Meisterschaft. Weiter weißt das Element Luft auf den Verstand, Atem und Bewegung hin. Die Flügel verbinden Wissen mit Können. Auch die Vermischung von Tag und Nacht im Hintergrund weißt auf die Verbindung von Gegensätzen hin.

Stichworte: Herrschaft über den Geist, Führung der Gedanken, Meditation, nachdenkliche Ruhe, den Geist aktiv beruhigen, das Schwert zurückhalten

Das sagt mir das Buch bei der Recherche:
  • Säule der Kraft und Moral, Führung, Pfad der Wahrheit(sfindung)
  • Ein echter, weiser König, ein wahrer Herrscher, Klarheit (Sonne) und Weisheit (Nacht) sind Unterstützung, der Gegenteile verbindet

Welche Gegensätze kann ich in meinem Leben durch kluges Hinterfragen verbinden? Wo falle ich mir durch Zweifel selbst in den Rücken? Wie aktiviere ich meine innere Führung? Welches Vorbild gibt es in meinem Umfeld?

Diese Affirmationen leite ich für mich ab:

Auf der Suche nach meiner goldenen Mitte verbinde ich meine Gegensätze. Beide Pole gehören zu meinem Leben und ich darf beide nutzen. Ich bleibe ruhig und nutze meine Mittel.

Ich bin die Lenkerin meiner Gedanken und meiner Kraft.

Was ich sehe:

Im ersten Eindruck wirkt die Karte des Königs der Schwerter kühl, ja fast düster, auf mich. Es gibt einen hellen und warmen Hoffnungsschimmer, der hinter der Eule, die für Weisheit steht, erstrahlt. Der König selbst wirkt nachdenklich und ein bisschen traurig.

Was ich recherchiert habe:

Luft ist das herrschende Element bei den Schwertern und umfasst die geistige Ebene, also das Denken, den Verstand, das Bewusstsein, Konzepte, Prozesse, Spiritualität, aber auch Konflikt und Unruhe. Luft ist allgegenwärtig, sie ist in und um uns, verbindet uns miteinander, hält uns am Leben. Sie ist sichtbar in Bewegung, aber vor allem spürbar. Sie kann seicht und stürmisch erscheinen.

Der König symbolisiert Stärke und Moral. Er ist jederzeit bereit für den Kampf und sucht stets nach der Wahrheit. Der König der Schwerter steht für die Klarheit des Verstandes. Er appelliert an die eigenen analytischen und geistigen Fähigkeiten.

Fragen die ich mir stelle:

Welche Ideen kreisen in meinem Kopf? Übernehme ich Verantwortung? Lassen sich diese Ideen zu Plänen entwickeln? Kann ich eine Entscheidung treffen?

Das leite ich für mich ab:

Nach ein bisschen Recherche manifestiert sich der Gedanke, dass ich mich hier im Umbruch befinde. Mich viel damit beschäftige welche Entscheidungen zu treffen sind und wie diese andere Pläne beeinflussen. Die Karte fordert mich auf, das richtige zu tun und weise zu handeln. Das heißt für mich auch, nicht überstürzt zu handeln, sondern ruhig und besonnen. Einen Plan erstellen oder eine Art Leitfaden, der mich voranträgt. Sie suggeriert mir Stärke und das ich nicht den Mut verlieren soll. Denn wenn ich bedacht und stetig an meinem Ziel arbeite, werde ich dieses auch erreichen.

Meine Affirmation:

Ich entscheide besonnen und wohl überlegt um mein Ziel zu erreichen.

Mit welcher Erkenntnis bist du aus deiner Legung hervorgegangen?

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2 Replies to “So nutzt du One-Card-Readings effektiv und intuitiv!”

  1. Danke für den tollen Beitrag, das werde ich auf jeden Fall mal ausprobieren. 🙂
    Das Shadowscapes Tarot ist wunderschön. *___* Wo genau habt ihr das bestellt und wie sind eure Erfahrungen mit dem Deck?

    1. Hallo Veronika,
      lieben Dank für deinen Kommentar. Freut uns total, dass dir der Beitrag gefällt. Lass uns gerne wissen wie es dir mit deiner Legung ging.
      Ich habe mein Shadowscapes-Deck damals aus Amerika direkt bei Stephanie Puimun Law geordert. Aber mittlerweile gibt es das auf deutsch übersetzt als „Seelenzauber“-Tarot überall über den Buchhandel zu bestellen. Du findest das Set mit Karten und Buch über die ISBN-13: 978-3866630529. Ich empfehle dir auf jeden Fall nach einem Set aus Buch und Karten Ausschau zu halten, vor allem falls es dein erstes Deck sein sollte.

      Persönlich mache ich damit gern ausführliche Legungen und es ist mein zweitältestes Deck, mit dem ich immer noch häufig arbeite. Allerdings habe ich auch schon öfter gehört, dass es für Tarot-Einsteiger wohl nicht ganz einfach ist. Das kann ich persönlich zwar nicht ganz nachvollziehen, aber daher mein Tipp:
      Schau dir erstmal auf https://www.shadowscapes.com/Tarot/ die Karten an. Versuch ein Flash-Reading wie aus dem Beitrag als Test bei ein oder zwei Motiven, ob du mit diesem Deck arbeiten könntest. Ich versuche immer vor dem Kauf anhand der Bilder ein Gefühl zu bekommen, ob ich auf die Karten reagiere und damit dann auch arbeiten kann. Allerdings ist dieses Deck wirklich so schön, dass es auch einfach ein tolles Sammlerstück ist, falls es nicht „funkt“. 😉
      Ich hoffe, ich konnte dir helfen.
      Alles Liebe,
      Chris

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