Spirituality

Willkommen im Februar – Tanzen statt Schlingern

In dieser monatlichen Reihe möchte ich dich einladen, dich ganz bewusst auf den kommenden Monat und seine Themen einzustimmen.

Zuallererst mal: Tschau, Januar! Das ging schnell! Bestimmt hast du dich gewundert, wo der Januar-Post abgeblieben ist?

Ich mich auch, wenn ich ganz ehrlich bin. Für mich hat die neue Dekade im Januar gleich richtig angezogen. Denn eines meiner Herzens- und Fokusthemen für 2020 ist es, das Thema Geld und Finanzen aus dem Schatten zu holen und zu etwas kraftvollem, bestärkenden zu shiften. Dementsprechend ging es auch direkt mit unangenehmen Eingeständnissen los, und den nachfolgenden wichtigen ersten Schritten in die richtige Richtung.

Aber… Finanzthemen auf einem spirituellen Blog?

Klingt zuerst nach etwas Gegensätzlichem, stimmt. Aber als ich angefangen habe, Geld als Energiefluss oder eine Art von persönlicher Kraft genauer unter die Lupe zu nehmen, sind viele Blockaden bei mir zutage getreten. In diesem Lebensbereich, der übrigens auch dem Solarplexus-Chakra zugeordnet ist (Schöpferkraft und Energie), steckte ich bisher also in den roten Zahlen. Zeit, das zu ändern.

Vor allem wenn Glaubenssätze wie „Geld ist ein Männerthema“, „wer spirituell ist, darf nicht vermögend sein“, „reiche Leute sind schlechte Menschen“, „das kapier ich nie“ und viele negative Gefühle beim Gedanken an Geld auftauchen, ist es ziemlich eindeutig, dass es auch auf der seelischen Ebene Handlungsbedarf gibt.

Falls es dir auch so geht, kann ich dir versichern: Du bist wirklich nicht allein damit. Zumal mir der Januar beigebracht hat, dass Vorbilder oder Inspiration in diesem Lebensbereich rar sind und aktiv gesucht werden müssen. Zumindest ich musste ganz schön aus meiner Komfortzone raus, Glaubenssätze auf den Prüfstand stellen und auf Menschen zugehen, die ich zuerst ein paar Level über mir verortet hatte. Schlotternde Knie vom Feinsten. 😛

Ich hoffe, du hast für deine Ziele im Januar ebenfalls die ersten Schritte getan, und bist jetzt im Februar bereit noch einen drauf zu legen? 😉

So, was bringt denn der Februar mit?

Mit einem Wort: Dualität. Zum einen Karneval, Fasching, Fasnacht, Narrentreiben und den folgenden Beginn der Fastenzeit… und zum anderen launisches Schmuddelwetter, aber auch die ersten Schneeglöckchen und die spürbare Rückkehr des Tageslichts. Kurzum, wir hängen irgendwo zwischen Winter und Frühling fest und versuchen den Seiltanz zwischen Ernsthaftigkeit und Leichtigkeit.

Um nicht ins Schlingern zu geraten, gilt es das rechte Maß zu finden. Gar nicht so einfach, wenn mit Luft und Wasser in Wassermann und Fische zwei instabile Elemente regieren. Weil es unter diesem Einfluss leicht ist, sich in Tagträumen oder berauschenden Ideen auf der einen und emotionaler Spontaneität auf der anderen Seite zu verlieren, hilft es, dich bewusst mit wohltuenden Routinen zu erden. Mit einer täglichen Besinnung auf deine Ziele sorgst du dafür, dass dir dein Feuer nicht ausgeht.

Verharre gerne in dem ein oder anderen Zustand, solange es dir gut tut. Notiere dir vielleicht deine Gedanken, Ideen, Empfindungen, Erinnerungen. Aber sorge bewusst dafür, auch wieder die Gegenrichtung einzuschlagen. Wichtig ist die Abwechslung. Denn so stellst du eine Balance in Bewegung her, wie ein Tanz.

Was unterstützt uns in diesem Monat?

Aus den Runen sprechen dir Kenaz (Fackel, Wissen) und Algiz (Elch/Versteck) als Große Medizin ihre Unterstützung zu, die Gegensätze klug zu verbinden und ihren ewigen Wandel zu deinem sicheren Ort zu machen. Mit Wunjo (Wonne) begleitet uns die erste Vorfreude auf den kommenden Frühling durch den Monat, während mit Dagaz (Tag) das Tageslicht zurückkehrt.

Mach dir diese Bewegung besonders bewusst, vielleicht auch, in dem du sie in deinen Körper einlädst. Denn in der närrischen Zeit darfst du deine Form ändern, eine Maske tragen, ein Tun ausprobieren, das dir normalerweise gar nicht entspricht. Das kannst du einfach mal für dich versuchen, ohne dass irgendjemand das Ergebnis sehen muss. Nimm beispielsweise, was da ist und spiel damit: Kleidungsstücke, Licht und Schatten, Fäden, Zweige, Farbe…

Je verrückter die Umsetzung erscheint, umso größer wird der innere Widerstand gegen die Idee. So ein Maskenspiel kann alle möglichen Erinnerungen oder Gefühle an die Oberfläche holen. Wichtig daran ist die Zwanglosigkeit. Geh mit allem mit, was sich richtig anfühlt, und brich immer ab, wenn das Gefühl von ‚müssen‘ auftaucht. Schließlich geht es um die Bewegung und den Fluss.

Wer „nicht in die Welt paßt“, der ist immer nahe daran, sich selber zu finden.

Hermann Hesse, aus Demian

Was hält der Februar für dich bereit?

Zu Monatsbeginn, am 02.02. war Imbolc oder Lichtmeß. Ein sehr stürmischer, energiegeladener Tag war das dieses Jahr, und mich hat es richtig nach draußen gezogen. Wie hast du Imbolc begangen und gab es vielleicht ein Ereignis an diesem Tag, das dir besonders bedeutsam erschien?

Schon morgen, am 09.02. erwarten wir einen Vollmond – und vielleicht haben wir Glück und sehen ihn am wolkenlosen Winterhimmel. Persönlich liebe ich diese kalten, klaren Nächte sehr, um tief Luft zu holen und kurz aus der Zeit zu treten. Das verschafft mir eine unwahrscheinliche innere Klarheit und reinigt einfach tiefgehend. Zusätzlich pflege ich meine Kartendecks ein bisschen, sortiere sie und lege sie unter den Mond.

Weil der Neumond am 23.02. zum einen auf den Sonntag, zum anderen aufs Fasnachts-, Karnevals- oder Faschingswochenende fällt, wäre das ein wunderbarer Zeitpunkt, um vielleicht mit den eigenen Masken, Rollenbildern und Bewegungsroutinen Kontakt aufzunehmen.

Ritual gefällig?

Damit du inspiriert in die närrische Zeit gehst, hier ein paar Ideen wie du mit deinen verborgenen Seiten in lebendige Berührung kommen kannst:

  • eine Maske basteln wie in Kindertagen,
  • dich wie dein absolutes Vorbild oder wie einen Superheld verkleiden,
  • deine Kleidung auf links anziehen oder ganz blind aus dem Schrank nehmen,
  • bei Spazierengehen mal auf alle viere gehen und die Hände auf den Boden bringen,
  • oder zuhause ein paar Primal Moves ausprobieren,
  • einfach mal drauflos tanzen,
  • deiner bevorzugten Hand so oft wie möglich Urlaub gönnen und die andere nehmen,
  • mal wieder in Erbsensprache sprechen – Verzeihung! sprerbsecherbsen 😛

Na, Lust bekommen? Zumindest meine innere siebenjährige ist schon ganz aus dem Häuschen.

Um die Wildheit wieder auszugleichen, kannst du nach dem Neumond eine Fastenzeit einlegen. Die traditionelle Fastenzeit geht zwar bis Ostern, aber vielleicht ist ja auch eine einwöchige Hate-Loss-Diät ein schönes Ritual, um den inneren Reinigungsprozess im Vorfrühling in Gang zu bringen.

Ich wünsche dir einen wunderschönen und fließenden Februar – und alles Liebe.

Bildquelle: Clay Banks
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